Bavarian Bats holen Bronze bei Blindenbaseball-EM

Am vergangenen Wochenende fand der Molecup, die Europameisterschaft im Blindenbaseball, in Parma statt. Zwei Teams aus Italien, ein französisches Team und die Bavarian Bats traten gegeneinander an. Im Unterschied zu Deutschland und Frankreich gibt es in Italien viele Teams und sogar eine Blindebaseball-Liga. Die Bats
sind das einzige Team in Deutschland und reisten mit neun blinden Spielern, vorwiegend aus der Region Nürnberg, an. Das bayerische Team, das bei den Freising Grizzlies beheimatet ist, wurde unterstützt von Headcoach Hubertus Hagemeyer sowie drei Grizzlies Assistant Coaches und vier weiteren Helfern.

Im ersten Spiel des Turniers traf das italienische Nationalteam auf die Franzosen. Die Italiener zeigten ihre Ligaroutine und siegten mit 5:1. Bei bestem Blindenbaseballwetter trafen nun die Bavarian Bats im zweiten Spiel auf das italienische Allstar Team, eine Auswahl an italienischen Blindenbaseball-Ligaspielern. Die Bats taten sich schwer, der Ball kam viel zu wenig ins Spiel. Die Allstars schlugen die Bats verdient mit 4:0. Ebenso hoch verloren die Allstars dann im nächsten Spiel gegen das italienische Nationalteam.

Alle bisherigen Molecups wurden vom italienischen Nationalteam gewonnen. Ihr Ligabetrieb bringt einfach eine enorme Sicherheit und sehr viel Spielerfahrung mit sich, ein Vorteil gegenüber der französischen Mannschaft und den Bavarian Bats.

Im vierten Spiel trafen die Bavarian Bats auf die Franzosen. Das Spiel begann recht vielversprechend. Nach einem Überwurf an der zweiten Base stahl Simon Bienlein eine weitere Base. Ein extrem seltener Spielzug im Blindenbaseball, bei dem man sehr leicht durch einen sehenden Spieler der gegnerischen Mannschaft ausgemacht werden kann. Allerdings verfehlte Simon anschliessend die Homeplate, auf die die blinden Spieler ohne akustische Hilfe zulaufen müssen, und wurde Aus gegeben. Kein Punkt also für die Bats. Bei den darauffolgenden zwei Innings waren jeweils alle Bases besetzt und Spieler in Scoring Position, als das dritte Aus kam. Extrem unglücklich trennten sich die Bats trotz großer Überlegenheit nach einer Stunde Spielzeit mit 0:0 von den Franzosen. Im fünften Spiel schlugen die Allstars die Franzosen klar mit 7:0.

Nun trafen die Bats auf das italienische Nationalteam. Was wie ein Spaziergang für die Italiener werden sollte, entwickelte sich zu einem extrem spannenden Spiel. Die Bats wachten auf und machten im zweiten Inning einen Run. Die Italiener brachten zwar ihre Läufer auf Base, konnten aber dank einer nahezu perfekten Defense der Bats nicht punkten. Es brauchte vier Innings, bis die Italiener ausgleichen konnten. Im fünften und letzten Inning schafften die Italiener dann noch einen Run und gewannen knapp dieses extrem spannende Spiel.

Die Vorrunden war nun vorüber. In den Platzierungsspielen trafen die beiden Mannschaften nochmals aufeinander. Die Bats starteten stark und erhöhten den Druck nochmals. Nach dem zweiten Inning lagen die Bats durch einen Homerunschlag von John Chase, übrigens dem einzigen im ganzen Turnier, wieder vorne. Im dritten Inning gelang wiederum der Ausgleich. Ein Kopie des ersten Spiels gegen die Italiener. Danach schaffte es aber keine Mannschaft mehr, einen Läufer über die Hompelate zu bringen. Die Italiener hatten zwischenzeitlich ihre besten Spieler eingewechselt und wollten das Spiel unbedingt drehen. Beide Mannschaften spielten bestes Baseball, gute Schläge trafen auf eine gute Defense. Erwähnenswert ist auch die konstante Schlagleistung von Tobias Geitner. Das Publikum war begeistert. Nach fünf Innings stand es nach wie vor 1:1. So etwas gab es noch nie bei einem Molecup. Ein extra Inning musste gespielt werden. Nach den Tie Rules des italienischen Blindenbaseballverbands AXBIC wurden nun alle Bases vor dem Inning geladen. Das italienische Nationalteam spielte nun seine ganze Ligaroutine aus und brachte zwei Läufer nach Hause. Den Bats gelang dagegen kein Run mehr und die Italiener konnten dieses spannende Spiel auch wieder knapp für sich entscheiden. Aber die Bats spielten auf Augenhöhe mit dem Rekordsieger aus Italien. Die Bavarian Bats sind in der Europaleaque angekommen.

Am Sonntagmorgen besiegten die Allstars nochmals die Franzosen mit 6:0. Im Spiel um Platz drei gewannen die Bavarian Bats gegen die Franzosen souverän mit 5:1. Im anschließenenden Finale musste sich dann das
italienische Team den Allstars mit 0:6 geschlagen geben. Es war eben ein etwas anderer Molecup. Ausnahmsweise gewann nicht das italienische Nationalteam. Immerhin blieb auch dieses Jahr der Titel in Italien. Begeistert vom Blindenbaseballwochenende traten die Bats am frühen Nachmittag die Heimreise an.

Der Molecup 2018 wird in Deutschland stattfinden.

Unterstützt wurde die Reise zum Molecup nach Parma mit einer Spende von 2500 Euro durch den Bürgerfond des engie-Kraftwerks Zolling.

 

Text und Foto: Dr. Frank Welle

1 Antwort
  1. Buchwald Stephan says:

    Sehr starke Leistung BATS! Gratulation! Ihr seid jetzt schon der Angstgegner der Italiener 🙂 Nächstes Jahr sind sie fällig! Da könnt ihr den Heimvorteil nutzen!!!

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